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Basellandschaftlicher Apotheker-Verband

Frau Nadine Minder, lic.iur.
Elisabethenstrasse 23
4051 Basel

Fon 061 273 86 71

08.05.2019
Blasenentzündung – antibiotikafrei

Für die Behandlung einer Blasenentzündung bei der Frau muss nicht immer zu einem Antibiotikum gegriffen werden. Es stehen verschiedene gut verträgliche und wirksame natürliche Mittel zur Verfügung, die teilweise auch für die Vorbeugung geeignet sind.
Dr. Alexander Vögtli, Apotheker, PharmaWiki.ch

Eine häufige Blasenentleerung, Harndrang, Brennen und Schmerzen beim Wasserlösen und ein trüber Urin: Das sind typische Anzeichen für eine Blasenentzündung, die vor allem bei Frauen häufig und wiederkehrend vorkommt. Die Blasenentzündung wird von Bakterien verursacht, die über die Harnröhre in die Harnblase gelangen und an ihrer Schleimhaut eine Infektion verursachen. Weil Antibiotika das Wachstum von Bakterien hemmen oder die Erreger sogar abtöten können, werden sie auch für die Behandlung eines Blaseninfektes verschrieben. Sie können als Einzeldosis oder während weniger Tage gegeben werden. Meistens werden Tabletten oder Pulver zum Auflösen im Wasser eingesetzt.

Die Kehrseite von Antibiotika
Auch wenn sie im Bedarfsfall unverzichtbar sind, haben Antibiotika nicht nur Vorteile. Sie führen oft zu Magen-Darm- Störungen wie beispielsweise Durchfall, Blähungen oder Bauchschmerzen, können Hautausschläge und Allergien verursachen und die Entstehung eines Scheidenpilzes begünstigen. Zudem werden durch eine unnötige Einnahme dieser wichtigen Wirkstoffgruppe Resistenzen gefördert, was dazu führen kann, dass immer dann, wenn ein Antibiotikum tatsächlich notwendig wäre, dieses einfach nicht mehr wirkt. Um nun den Antibiotikaeinsatz auf ein notwendiges Mass zu beschränken, sollte man nicht verfrüht mit Kanonen auf Spatzen schiessen. Oft kann man auf natürlichem und sanftem Weg viel bewirken. Im Folgenden sind die wichtigsten Mittel für Sie aufgelistet, die man bei Blaseninfekten einnehmen kann. Ob eine solche Therapie oder Vorbeugung für Sie infrage kommt, klärt das Team in Ihrer Apotheke im persönlichen Gespräch gerne mit Ihnen ab.

D-Mannose
Die D-Mannose ist als Pulver zum Auflösen in Wasser und in Form von Tabletten im Handel. Dieser sogenannte Einfachzucker wird aus Mais gewonnen. Er hemmt die Anheftung der Bakterien an die Schleimhaut der Harnblase und verhindert so die Infektion – die Bakterien werden aus der Blase einfach fortgespült. Die Mittel werden hauptsächlich vorbeugend und dazu täglich eingenommen. Wenn man sie höher dosiert, kann man sie auch zur Behandlung eines bereits bestehenden Infekts verwenden. D-Mannose ist im Allgemeinen sehr gut verträglich. Mögliche, aber seltene unerwünschte Wirkungen sind Verdauungsbeschwerden wie Durchfall.

Cranberry
Als Cranberrys werden die Früchte der amerikanischen Kranbeere bezeichnet. Cranberrys sind den bei uns heimischen Preiselbeeren zwar sehr ähnlich, dennoch sind ihre Inhaltsstoffe nicht völlig identisch. Zubereitungen daraus können sowohl vorbeugend wie auch therapeutisch eingesetzt werden. Wie die D-Mannose verhindern auch die Inhaltsstoffe der Kranbeeren die Bindung der Bakterien an die Schleimhaut. Zusätzlich üben sie antibakterielle und entzündungshemmende Effekte aus.

Bärentraubenblätter
Für alle Botaniker unter Ihnen: Wie die Heidelbeere und die Preiselbeere gehört auch die Bärentraube zur Familie der Heidekrautgewächse. Aus den getrockneten oder frischen Blättern des immergrünen Strauchs werden Extrakte und Teemischungen zubereitet. Diese haben antibakterielle und entzündungshemmende Effekte und werden ausschliesslich zur Behandlung einer Blasenentzündung verabreicht, vorbeugend wirken Bärentraubenblätter nicht. In einigen Präparaten finden sich Kombinationen mit Birkenblätter- und Goldrutenkrautextrakten. Da diese Mischung auch harntreibend wirkt, sollte ausreichend Flüssigkeit dazu getrunken werden.

Nieren- und Blasentees
Teemischungen mit entzündungshemmenden und ausschwemmenden Heilkräutern können die Abheilung einer Blasenentzündung begünstigen. Typische Bestandteile sind neben der Bärentraube zum Beispiel auch die Blätter der Birke, Brennnessel und des Katzenbarts (Orthosiphon) oder Goldrutenkraut. Der Tee wird üblicherweise drei- bis fünfmal täglich getrunken.

Methionin
Methionin ist eine natürliche Aminosäure, also ein Bestandteil von Eiweissen. Es ist in Form von Tabletten auch ohne ärztliche Verordnung erhältlich. Als Folge des Abbaus der Substanz kommt es zu einer Ansäuerung des Harns. Dadurch wird die Anheftung der Bakterien an die Schleimhaut der Blase und das Bakterienwachstum gehemmt. Die Tabletten können zur Vorbeugung und Behandlung eingenommen werden.

Kapuzinerkresse und Meerrettich
Kapuzinerkressenkraut und Meerrettichwurzel enthalten pflanzliche Scharfstoffe, sogenannte Senfölglykoside, mit antibakteriellen und entzündungshemmenden Eigenschaften. Diese Wirkung macht man sich bei Harnwegsinfekten zunutze, aber auch bei Entzündungen der Bronchien und Nasennebenhöhlen.

Lesen Sie den ganzen Artikel unter www.astrea-apotheke.ch

Quelle: astreaApotheke, Ausgabe Mai 2019



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