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Basellandschaftlicher Apotheker-Verband

Frau Nadine Minder, lic.iur.
Elisabethenstrasse 23
4051 Basel

Fon 061 273 86 71

03.07.2019
«In die Ferien fahren ohne Gefahren»

Liegen Wanderparadies oder Traumstrand nicht vor der Haustüre, fällt die Wahl des Transportmittels dorthin auch mal auf das Auto. In den Ferien ist das Autofahren ein häufig unterschätztes Problem in Zusammenhang mit den Auswirkungen von Medikamenten.
Rahel Rohrer, Schweizerischer Apothekerverband pharmaSuisse

Obwohl es einleuchtet, dass beispielsweise Müdigkeit im Strassenverkehr ein Problem ist, wird dies zu wenig ernst genommen», sagt Stefan Siegrist, Direktor der Beratungsstelle für Unfallverhütung (BFU). «Jährlich gibt es auf Schweizer Strassen 150 Schwerverletzte oder Getötete wegen Medikamenten oder Drogen. Wir gehen zudem von einer sehr hohen Dunkelziffer aus, da Unfallverursacher zwar auf Alkohol hin kontrolliert werden, meist aber nicht auf pharmazeutische Wirkstoffe.» Mit der Kampagnenbotschaft «Erst fragen, dann fahren!» weisen die BFU, die Verbindung der Schweizer Ärztinnen und Ärzte FMH und der Schweizerische Apothekerverband pharmaSuisse auf diese Problematik hin. So soll die Zahl der schweren Verkehrsunfälle gesenkt werden.

Wer Auto fahren will und Medikamente einnimmt, sollte gerade auch während der schönsten Wochen des Jahres Folgendes beachten:

  • Nebenwirkungen: Fragen Sie eine Fachperson wie Ihre Apothekerin oder Ihren Apotheker, welche Nebenwirkungen die eingenommenen Heilmittel haben können. Vielleicht gibt es andere Wirkstoffe, die das Fahren nicht beeinträchtigen.
  • Dosierung: Halten Sie sich an die vorgeschriebene Dosierung. Auch Dosisänderungen können die Fahrfähigkeit beeinträchtigen.
  • Alkohol: Meiden Sie Alkohol und andere Substanzen, wenn Sie Medikamente einnehmen. Sie riskieren sonst, dass die Medikamente zu stark oder zu schwach wirken.
  • Fahren: Setzen Sie sich nur ans Steuer, wenn Sie im Vollbesitz Ihrer Kräfte sind. Dies gilt insbesondere in den Ferien, wenn längere Strecken zurĂĽckgelegt werden.

Vorsicht mit Kaffee und Alkohol
Die Bestätigung des Mottos «andere Länder, andere Sitten» findet sich oft auch im Strassenverkehr wieder – und fordert eine höhere Konzentrationsfähigkeit. Dabei und auch bei langen Fahrstrecken ist zu beachten: Viele Medikamente können müde machen, die Reaktion verlangsamen oder die Sehkraft einschränken. Gerade Allergiker, die auf Medikamente mit Antihistaminika angewiesen sind, sollten sich vorher beraten lassen. Im Zusammenhang mit Kaffee ist ebenfalls äusserste Vorsicht geboten. Denn der doppelte Espresso beim Tankstopp kann zwar die zeitweilige und subjektiv empfundene Leistung steigern. Der Koffeinkick birgt jedoch die Gefahr einer Fehleinschätzung des eigenen Allgemeinzustands: Der Fahrstil wird risikofreudiger und gefährliche Situationen werden oft unterschätzt. Bei nachlassender Wirkung ist ein plötzlicher Leistungsabfall möglich. Selbstverständlich ist das Trinken von Alkohol im Zusammenhang mit Autofahren ein No-Go.

Nichts verschlafen in den Ferien
Aufpassen lohnt sich auch bei Medikamenten gegen psychische Leiden: Direkt nach der Einnahme eines Beruhigungsmittels ist grundsätzlich vom Lenken eines Fahrzeugs abzuraten. Bei Schlafmitteln besteht auch am darauffolgenden Tag die Gefahr eines «Hangovers», abhängig von der Zusammensetzung der Substanz, aber auch von der individuellen Empfindlichkeit und der Qualität des Schlafs. Eine ausreichende Schlafzeit gilt also als Voraussetzung für eine sichere Fahrtüchtigkeit. Und selbst für die Einnahme von zahlreichen Schnupfen-, Grippe- oder Erkältungsmitteln zum Abschwellen der Schleimhäute lassen Sie sich besser von Ihrem Apothekenteam beraten, da sie die Reaktionsfähigkeit auf Strassen ebenfalls senken können. Zusätzliche Informationen finden Sie auf www.fragen-dann-fahren.ch.

Medikamente, die die Fahrfähigkeit beeinträchtigen können
Insbesondere ist Vorsicht geboten bei:

  • Grippemitteln
  • Migränemitteln
  • Schmerzmitteln
  • Beruhigungs- und Schlafmitteln
  • Medikamenten gegen Allergien
  • Medikamenten gegen Depressionen (Antidepressiva)
  • Medikamenten gegen Psychosen (Neuroleptika)
  • einigen blutdrucksenkenden Medikamenten

Diese Aufzählung ist nicht vollständig. Auch die Kombination mit Alkohol oder anderen Medikamenten oder Substanzen kann Ihre Fahrfähigkeit beeinträchtigen. Erkundigen Sie sich am besten bei Ihrem Apotheker und lesen Sie die Packungsbeilage. Nachfragen lohnt sich immer – auch bei rezeptfreien Medikamenten.

Lesen Sie den ganzen Artikel unter www.astrea-apotheke.ch

Quelle: astreaApotheke, Ausgabe Juli / August 2019



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