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Basellandschaftlicher Apotheker-Verband

Frau Nadine Minder, lic.iur.
Elisabethenstrasse 23
4051 Basel

Fon 061 273 86 71

05.12.2019
Apothekenteams: Wir sind auch im 2020 für Sie da

Das vergangene Jahr ist ein bewegtes Jahr für die Apotheken.
Negativ: Die unkoordinierte Sparwut des Bundesrats geht an die Nieren. Positiv: Die Bevölkerung schliesst die Apotheken weiterhin ins Herz..

Rahel Rohrer, Schweizerischer Apothekerverband pharmaSuisse

Die Wellen, sie gingen hoch im (Wahl-)Jahr 2019. Politikerinnen und Politiker aller Couleur präsentierten Ideen, wie die explodierenden und stetig steigenden Gesundheitskosten ins Lot gebracht werden und wie dadurch die Krankenkassenprämien gesenkt werden könnten. Nun sind die Wahlen vorbei – und die Patentrezepte müssen den Realitätscheck bestehen. Wir nehmen das Jahresende als Anlass für einen Rück- und Ausblick, untermalt mit einigen Fakten und Zahlen. Das Gute vorweg: Die Beliebtheit der Apotheken als erste und kompetente Anlaufstelle ist ungebrochen. Und ihr dämpfender Einfluss auf die Kosten wird von Tag zu Tag stärker anerkannt.

340 000 Unterschriften
kamen im Frühling innerhalb von nur sechzig Tagen zusammen. Die Apothekenteams überzeugten somit ihre Kundschaft, dass die Sparwut des Bundesrats ihre Existenz bedroht. Mit dem Ja zur Petition «Auch morgen medizinisch gut umsorgt» setzte die Bevölkerung ein klares Zeichen gegen die fehlgeleiteten Abbaumassnahmen. Ein Beispiel ist der Referenzpreis für Medikamente, bei denen es Generika gibt. Der Bundesrat schlägt vor, dass nur noch ein bestimmter Betrag für ein Medikament von der Krankenkasse bezahlt wird. Möchten Patientinnen und Patienten nicht ins eigene Portemonnaie greifen, müssen sie die günstigsten Medikamente wählen. Es folgen häufige Medikamentenwechsel, eine Einschränkung der Wahlfreiheitundhäufigeres Therapieversagen. Und damit Mehrkosten: Es ist erwiesen, dass ein Patient, der seine Medikamente so nimmt, wie es der Therapieplan vorsieht, viermal weniger Kosten verursacht als ein Patient, der die verordneten Medikamente gar nicht oder unregelmässig einnimmt. Die Rückenstärkung der Bevölkerung zu einer persönlichen und wohnortnahen medizinischen Grundversorgung motiviert die Apothekenteams, auch im 2020 tagtäglich für ihre Kunden und deren Gesundheit da zu sein.

22 000 Personen
arbeiten in Schweizer Apotheken. Davon sind rund ein Drittel Apothekerinnen und Apotheker, die ein fünfjähriges Pharmaziestudium absolviert haben. Apothekerinnen und Apotheker sind gesetzlich verpflichtet, ihr Wissen immer auf dem neusten Stand der Wissenschaft zu halten. Die Pharma-Assistentinnen und Pharma-Assistenten machen 42 Prozent aus. Auch andere Berufe findet man in der Apotheke wie z. B. Drogist oder Pharma-Betriebsassistent. Jobs in Apotheken werden oft in einem Teilzeitpensum ausgeübt. Die Frauenquote ist hoch, die Männer dürfen hier ruhig noch ein bisschen zulegen. Jährlich treten rund 1000 Lernende in Apotheken ins Berufsleben ein.

21 Apotheken
gibt es in der Schweiz durchschnittlich pro 100000 Einwohnerinnen und Einwohner – ein stabiler Wert. In der Stadt leben naturgemäss mehr Leute und es gibt demnach mehr Apotheken. In ländlichen Gebieten ist die Apothekendichte wesentlich tiefer – aber gerade hier stellen die Apotheken oftmals die medizinische Grundversorgung sicher. Fest steht: Als erste Anlaufstelle – in der City, im Einkaufszentrum oder auf dem Land – entlasten die rund 1800 Schweizer Apotheken die (oft fehlenden) Hausärzte und Notfallaufnahmen der Spitäler.
Übrigens: Der europäische Durchschnitt ist mit 31 Apotheken pro 100000 Einwohner deutlich höher als in der Schweiz.

11-mal pro Jahr
gehen Frau und Herr Schweizer durchschnittlich in eine Apotheke. Zum Arzt gehen sie dagegen durchschnittlich «nur» viermal jährlich. Das ist auch richtig so, denn in der Apotheke findet man bereits oft die passende Lösung gegen eine Beschwerde – und belastet so die Prämienzahlenden der Krankenkasse weniger. Eine Terminvereinbarung ist in der Apotheke nicht nötig. Kommt hinzu, dass gerade jüngere Menschen oft gar keinen Hausarzt haben oder finden. Das Forschungsinstitut GFS Bern hat erhoben, dass sich mit 87 Prozent die grosse Mehrheit der Schweizer bei Krankheiten mit normalem Verlauf vertrauensvoll an die Apotheker wenden. Dabei ist das Interesse an neuen Dienstleistungen wie zum Beispiel dem direkten Impfen in der Apotheke oder der Darmkrebsvorsorge sehr hoch. Die persönliche Beratung steht ganz zuoberst auf der Beliebtheitsskala. Tief ist das Vertrauen ins Internet. Eine Bluse im Internet zu kaufen ist etwas anderes, als wenn es um die eigene Gesundheit geht: Nur 22 Prozent anerkennen das Internet als Beratungsmedium.

Sinkende Preise: 67,7
beträgt (noch) nicht unser künftiges Rentenalter. Vielmehr umschreibt es die Entwicklung des Preisindex für Medikamentenpreise in den letzten zehn Jahren:
Seit 2009 ist er von 100 auf 67,7 gefallen, ganz im Gegensatz zu übrigen Dienstleistungen im Gesundheitswesen wie etwa jenen von Ärzten und Spitälern. Der durchschnittliche Ertrag pro abgegebene Packungen ist seit 2009 um 13 Prozent gesunken. Die vorherrschende Meinung, dass Medikamentenpreise nur steigen, ist damit klar widerlegt. Sie sind auch – mit Ausnahme von einigen hochpreisigen, neuen Medikamenten – nicht zu teuer. Derzeit weisen über 60 Prozent aller Packungen, die in Apotheken abgegeben werden, einen Fabrikabgabepreis von unter 15 Franken auf. Daran verdient das Apothekenteam nichts mehr: Der Aufwand bei der Abgabe von ganz günstigen Medikamenten ist höher als der Ertrag. Apothekerinnen und Apotheker erwirtschaften also einen Verlust, indem sie die Bevölkerung zu günstigen Medikamenten beraten und damit versorgen. Die Apotheken sind ein vergleichsweise kleiner Kostenverursacher: Nur 6,3% der Gesundheitskosten entfallen auf Apotheken, was anders ausgedrückt CHF 11.80 pro Monat und Einwohner zulasten der Krankenkasse entspricht.

Lesen Sie den ganzen Artikel unter www.astrea-apotheke.ch

Quelle: astreaApotheke, Ausgabe Dezember 2019



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